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18. und 19. Jahrhundert - Vom Hospital zum Krankenhaus

In den Jahrhunderten hatte sich die Zusammensetzung der Hospitaliten immer mehr zugunsten der "Geisteskranken" verschoben. So stieg im 18. Jahrhundert der Anteil an Melancholikern, Wahnsinnigen, geistig Verwirrten und Epileptikern stark an. Zunehmend stand das ärztliche Attest bei der Aufnahme ins Hospital im Vordergrund, ab 1821 lebte und praktizierte ein Arzt in Haina. Ende des 18. Jahrhunderts begann sich die Psychiatrie zu einer selbständigen Wissenschaft zu entwickeln. Von großer Bedeutung für sie war die Aufklärung, die den Gedanken der Erziehung in die Psychiatrie trug. Legendär wurde in der Psychiatrie-Geschichtsschreibung die Befreiung der Kranken von den Ketten, die der Arzt Philipp Pinel während der französischen Revolution 1794 in Paris durchführte. 1805 wurden die Geisteskranken in Bayreuth von ihren Ketten befreit, 1830 in Haina.

Das Verhältnis zu den nun als geisteskrank bezeichneten Menschen veränderte sich mit dem Aufkommen wissenschaftlicher Studien über Krankheitsbilder. "Geisteskranke" wurden in ihrem Verhalten beobachtet und Leichen zum Zweck der Forschung seziert: Hospitaliten aus Haina wurden so seit dem Ende des 18. Jahrhunderts in das Anatomische Institut der Marburger Universität abgegeben.

Zunehmend wurden die "Geisteskranken" von den körperlich Kranken abgesondert und in eigenen "Irrenanstalten" untergebracht. Diese Entwicklung vollzog sich jedoch schrittweise. Haina wurde 1815 zunächst zu einer "Pflege- und Versorgungsanstalt für preßhafte, und insbesondere für verrückte, wahnsinnige, hilflose, blinde und epileptische Personen". Erst am Ende des 19. Jahrhunderts, nachdem Hessen 1866 preußisch geworden war, wurde eine klare Zweckbestimmung zugunsten der "Irrenpflege" vorgenommen.

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