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Therapeutisches Konzept

Aufgabe des psychiatrischen Maßregelvollzugs ist es, die ihm anvertrauten psychisch gestörten Menschen dahingehend zu bessern, daß keine erneuten erheblichen Straftaten mehr vorkommen.

Aus diesem gesetzlichen Behandlungsauftrag leitet sich direkt ab, daß nicht nur die Behandlung der psychischen Störungen ein wesentliches Moment des Behandlungskonzeptes bildet, sondern auch - und in vielen Fällen besonders - die Bearbeitung weiterer kriminogener Faktoren wie Sozialisationsdefizite, Mangel an Empathie und antisoziale Einstellungen Behandlungsschwerpunkte bilden.

Erfahrungsgemäß reicht es deshalb nicht, die in der Allgemeinpsychiatrie gängigen Behandlungsformen einfach zu übernehmen. Bezüglich einer ganzen Reihe von Charakteristika der Klientel, z.B.

  • überwiegend männliches Geschlecht
  • sozial devianter Lebensstil
  • niedrige Sozialschicht
  • Vordelinquenz
  • Substanzmißbrauch

gleichen die Patienten des Maßregelvollzuges eher den Insassen von Justizvollzugsanstalten. Sehr häufig ist die Begehung von Straftaten so auch nicht, oder nicht nur, ausschließlich auf die bestehende psychische Störung der Untergebrachten zurückzuführen, sondern auf die selben Faktoren wie bei “normalen“ Straftätern. Entsprechend gilt wie bei diesen, daß Entwicklungsdefizite, die direkt oder indirekt zur Entstehung von Straftaten beigetragen haben, wie bspw. die Unfähigkeit zum Eingehen von Beziehungen, aufgeholt werden müssen.

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