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European HCR-20 Research Network

Der HCR-20 (Webster, Douglas, Eaves & Hart., 1997; deutsche Bearbeitung (Müller-Isberner, Jöckel & Gonzalez Cabeza., 1998) ist ein 20-Item-Instrument zur Bestimmung des Risikos gewalttätigen Verhaltens bei psychisch Kranken. Zehn Items erfassen Merkmale aus der Vergangenheit, die in empirisch gesicherter Beziehung zu gewalttätigem Verhalten stehen (Historical). Fünf Items erfassen klinische Merkmale der Gegenwart (Clinical) und fünf weitere Items zukünftig mögliche Risikobereiche (Risk).

Seit 1997 wird der HCR 20 an der Klinik für forensische Psychiatrie Haina in der klinischen Routine eingesetzt. Die Reliabilität des Instrumentes ist gut (Cohen?s Kappa= 0.72). An Hand einer Stichprobe von 220 Patienten ließ sich eine gute Vorhersage gewalttäten intramuralen Verhaltens erreichen, wobei Aggressivität leichteren Grades besser prognostiziert wird als schwere Aggressionstaten. Dies läßt sich mit einem erfolgreichen Risikomanagement der Institution erklären (Müller-Isberner, 1999).

Mit den C- und R-Items läßt sich der Behandlungsfortschritt messen.

In der klinischen Praxis hat der Einsatz des HCR 20 zu mehr Struktur und Transparenz, sowie zu einer deutlicheren Ausrichtung der Behandlung auf noch bestehende Restrisiken geführt.

Die deutsche Bearbeitung des HCR 20 kann online beim Verlag des Instituts für forensische Psychiatrie Haina bestellt werden.