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Fortbildungstage

Integrative Fortbildungstage der Vitos Heilpädagogischen Einrichtungen und der rheinischen HPH-Netzwerke als Highlight im Jahr

- eine beachtliche Tradition

Bereits seit Ende der 1980er Jahre hatten die Heilpädagogischen Einrichtungen der seit einigen Jahren neu formierten Vitos-Gruppe sehr intensive Kontakte zu den Heilpädagogischen Netzwerken des Landschaftsverbandes Rheinland, die eine ähnliche Vorgeschichte und vergleichbare Entwicklung durchlaufen hatten, aufgebaut.

Dort war bereits 1988 die Idee geboren worden, eine Fortbildungsveranstaltung einmal anders, als gewohnt durchzuführen.

In aller Regel nehmen ausschließlich Mitarbeiter entsprechende Angebote in Anspruch, lernen etwas dabei und versuchen ihre Erkenntnisse und ihr dazu gewonnenes Wissen in der Praxis, also in der alltäglichen Arbeit mit den behinderten BewohnerInnen, umzusetzen.

Der Gedanke, eine Fortbildungsveranstaltung inhaltlich dergestalt aufzubauen, dass durch gemeinsames, gleichberechtigtes Tun sowohl der Mitarbeiter als auch  der vielleicht sogar schwer geistig behinderte Bewohner dabei etwas lernt, sich also fortbildet, war für uns alle nahezu revolutionär. Spätestens nach Abschluss der ersten „gemeinsamen Fortbildungstage“ in Viersen im Rheinland stand für viele von uns jedoch fest, dass hier eine lange Tradition im Begriff war, zu entstehen.

Diese gemeinsamen Fortbildungstage finden seit dieser Zeit regelmäßig einmal jährlich  statt und werden wechselweise im einen Jahr im Rheinland und im anderen Jahr in Hessen veranstaltet.

Die „Hainaer Fortbildungstage in Bad Wildungen“
Als wir im Herbst von den 1991er Fortbildungstagen aus Viersen nach Haina zurückkehrt waren und zu der Entscheidung kamen, die nächsten Fortbildungstage in 1992 auszurichten, hatten wir bei aller Begeisterung für die abgelaufenen Tage gleichzeitig den Anspruch, den von uns auszurichtenden Tagen ein ganz neues Gesicht zu geben.

Die zurückliegenden Fortbildungstage hatten vorrangig auf den jeweiligen recht ausgedehnten Betriebsgeländen stattgefunden und die Übernachtung war in Jugendherbergen erfolgt.

Wir wollten den seinerzeit noch recht neuen „Normalisierungsgedanken“ auch auf diese Veranstaltung übertragen, nahmen konsequenterweise zur Stadt- und Kurverwaltung Bad  Wildungen mit ihren hervorragenden räumlichen Möglichkeiten im Bereich des neuen Kurhauses und der umliegenden Häuser Kontakt auf und wurden zu unserer Freude dort herzlich aufgenommen. Unsere Freude wird vielleicht verständlicher, wenn an dieser Stelle erwähnt wird, dass unsere Bewohnerschaft, aber auch wir als mit schwerbehinderten Menschen arbeitende Einrichtungsmitarbeiter auch heute noch vereinzelt in den unterschiedlichsten Alltagssituationen mit Diskriminierung, blanker Ablehnung und abwertenden Äußerungen konfrontiert werden.

Somit wurden die von uns gemeinsam mit der Kurverwaltung 1992, 1998, 2004 und 2009 ausgerichteten Fortbildungstage im Neuen Kurhaus und der Umgebung, ergänzt durch die Unterbringung und Verköstigung in Hotels zu einem herausragenden Ereignis  für die jeweils ca. 200 Teilnehmer.

Inhaltliche Gestaltung und Atmosphäre dieser Fortbildungsmaßnahmen
Kernelement dieser nun traditionellen Fortbildungstage sind die fest über drei der vier Tage eingerichteten Workshops mit inhaltlich sehr unterschiedlicher Ausrichtung, allerdings nahezu ausschließlich unter der gemeinsamen Leitlinie, dass in diesen Workshops sowohl Mitarbeiter, als auch Bewohner dieser Einrichtungen sich gemeinsam fortbilden.

Im Plenum treffen sich die Teilnehmer nur noch abends, um sich kennen zu lernen oder alte Freundschaften aufzufrischen.

Um einen groben Eindruck bezüglich der inhaltlichen Gestaltung der Workshops, sowie des Raum- und Materialbedarfs zu bekommen, sollen im folgenden beispielhaft einige der  Themen kurz aufgelistet werden:

Þ    „Natur erleben“ –Erkundung des Natur- und Nationalparks Kellerwald.

Þ    „Schwarzes Theater“ – Improvisieren, spielen unter Verwendung von „Schwarzlicht“, phosphoreszierenden Effekten,

Þ    Rhythmik und Tanz,

Þ    kreatives Arbeiten mit Alltagsmaterialien

Þ    sportliche Aktivitäten wie Nordic Walking oder Ballsportarten

Þ    Der Umgang und das Zusammenleben mit Tieren

Þ    das Thema „Selbstbewusstsein“ im  Mittelpunkt eines Workshops.

Traditionsgemäß werden nahezu alle Arbeitsgruppen von eigenen Fachkräften der beteiligten Einrichtungen geleitet oder moderiert, da diese Personen sich in diesem Metier hervorragend auskennen und zudem über oftmals erstaunliche Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen, die im Arbeitsalltag nur selten abgerufen werden.

Die gemeinsamen Mahlzeiten und ein umfangreiches Begleitprogramm sind von herausragender Bedeutung für das gute Gelingen und einen entspannten Verlauf der Veranstaltung. Hier besteht für jeden Teilnehmer ausreichend Gelegenheit des Austauschs und gemeinsamer Freizeitaktivitäten neben der eigentlichen Tagung und hier ist Gelegenheit zum Auftanken nach manchmal anstrengender, aber befriedigender Mitwirkung in den jeweiligen Workshops.

Selbst langjährig in der Behindertenhilfe tätige Mitarbeiter geben immer wieder ihrer Begeisterung Ausdruck über das hohe Maß an Partnerschaft, Nähe, gegenseitigem Lernen, das ungezwungene Gestalten der zur Verfügung stehenden Zeit gemeinsam mit den Menschen, für deren Betreuung und Begleitung sie im Alltag verantwortlich sind.