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Geschichte der Einrichtung

Es soll hier nicht auf die Jahrhunderte zurück gehende Geschichte des Klosters und des in der Reformationszeit gegründeten „Hohen Hospitals“ eingegangen werden. Für das aktuelle Thema ist es sehr viel mehr von Interesse, welche Entwicklung sich insbesondere in den letzten 20 Jahren vollzogen hat.
Bis 1988 war das damalige „Psychiatrische Krankenhaus Haina“ neben anderen Aufgaben für die Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung zuständig, die in Nordhessen aufgrund ihrer besonderen Betreuungs- und Pflegebedürfnisse keinen Platz fanden.
Bis in die 1980er Jahre hinein gab es Theoretiker, aber auch Praktiker, die der festen Überzeugung waren, dass „Menschen mit geistiger Behinderung“, insbesondere wenn es sich um Formen schwerer geistiger Behinderung handelt, nur im klinischen Rahmen einer psychiatrischen Klinik angemessen gepflegt und betreut werden können.
Der Bericht der vom Bundestag eingesetzten Psychiatrie-Enquête-Kommission wies demgegenüber in die richtige Richtung:
Menschen mit geistiger Behinderung sind keine „Krankenhausbehandlungsfälle“ und sind demzufolge, wenn sie langfristig in einer psychiatrischen Klinik verweilen, fehlplatziert.
Selbst bei schwersten Formen geistiger oder mehrfacher Behinderung ist davon auszugehen, dass die betreffenden Personen in einem bestimmten Umfang bildungsfähig sind, sich ein Leben „so normal wie möglich“ wünschen, daneben allerdings auf individuelle Formen der Unterstützung, Pflege, Begleitung angewiesen sind, um mit ihrer Behinderung leben zu können.
Am 01.01.1989 wurde der Bereich für geistig Behinderte aus dem Krankenhaus herausgelöst und als selbständige „Heilpädagogische Einrichtung“ gegründet. Dies setzte strukturell und fachlich einen enormen Innovationsschub für unsere Arbeit frei.
Fachlich wurde die Mitarbeiterschaft differenziert durch die Einstellung neuer Berufsgruppen, die gemeinsam mit den langjährig erfahrenen MitarbeiterInnen neue Betreuungs- und Wohnkonzepte planten und umsetzten.
Strukturell gingen wir ab 1989 daran, zielstrebig ein modernes dezentralisiertes Wohnkonzept zu entwickeln. Wir mieteten Häuser in umliegenden Ortschaften zu Wohnzwecken an und ließen darüber hinaus neue Häuser bauen, die den Ansprüchen unserer z. T. stark körperbehinderten Bewohnerschaft gerecht wurden. Ziel war, das psychiatrische Betriebsgelände gänzlich zu verlassen. Dies wurde mit dem Bezug der Wohngruppe „Hoher-Lohr-Weg“ Anfang 1999 erreicht. Parallel dazu wurde die eigene Tagesförderstätte aufgebaut, im Mai 1992 wurden die ersten Gruppen eingerichtet, im Jahre 2001 konnten wir die neue Tagesstätte in Betrieb nehmen.
