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Vitos Haina arbeitet mit Bund für Umwelt und Naturschutz zusammen: Patienten und Klienten pflegen alte Obstbäume

13.03.2017

Arbeitseinsatz auf der Streuobstwiese: Klienten der Vitos begleitenden psychiatrischen Dienste Haina und Patienten der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina legten unter Anleitung von Gärtnermeister Helmut Naumann Hand an den alten Obstbäumen auf dem Hainaer Vitos Gelände ein. Das Kooperationsprojekt mit dem Bund für Umwelt- und Naturschutz sieht in diesem Jahr weitere gemeinsame Arbeitseinsätze vor.

Haina (Kloster), 13. März 2017. Ein besonderes Kooperationsprojekt haben Vitos Haina und der Waldeck-Frankenberger Kreisverband des Bundes für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland gestartet. Die BUND-Mitglieder um Vorsitzende Viola Wagner werden in diesem Jahr bei der Pflege der Streuobstwiesen auf dem Hainaer Vitos Gelände von Klienten der Vitos begleitenden psychiatrischen Dienste und Patienten der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie unterstützt.

Koordiniert werden die gemeinsamen Arbeitseinsätze von Helmut Naumann, dem Gärtnermeister von Vitos Haina. Alle Mitarbeiter des Grünen Bereichs unterstützen die Aktion.

Für welche Ziele setzt sich der BUND ein? Welchen Tierarten bieten Streuobstwiesen einen Lebensraum? Und warum sind die alten Baumbestände auf dem Gelände von Vitos Haina so schützenswert? Bevor der Baumschnitt auf der Wiese nahe der Kläranlage zusammengetragen und gehäckselt wurde, erläuterten Wagner und Naumann den Patienten und Klienten den Sinn des Arbeitseinsatzes. Und die verfolgten interessiert die Ausführungen, dass beispielsweise auf einer Streuobstwiese rund 3000 Tierarten zu entdecken sind: Käfer, Insekten, Vögel, Haselmäuse, Fledermäuse und Waschbären.

2004 haben Vitos Haina und der BUND einen Vertrag über die Pflege der Hainaer Streuobstwiesen geschlossen. Die Umwelt- und Naturschützer wollen durch behutsame Pflege und Neuanpflanzungen von alten Sorten die ökologisch wertvollen Streuobstwiesen sichern und als Teil der Kulturgeschichte des Klosters erhalten. Unter dem Namen „Hainaer Klosterapfel“ wird mit dem Motto „Lasst Freundschaft Früchte tragen“ für Patenschaften geworben.

„Eine Baumpflegerin schneidet die wunderbaren alten Bäume aus, um ihre Gestalt möglichst lange zu bewahren. Wir wünschen uns, dass diese besonderen Obstbäume in Würde alt werden“, berichtete die Kreisvorsitzende den Patienten und Klienten. Neben dem Schnitt kümmert sich der BUND aber auch um die Säuberung der Nistkästen. Dreimal im Jahr werden außerdem Führungen auf dem  Klosterapfel-Rundwanderweg angeboten.

Initiiert wurde das Kooperationsprojekt von Gärtnermeister Naumann. Sieben Männer gehören fest zu seinem „Team mit dem grünen Daumen“. Während die Patienten der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie im Rahmen der Arbeitstherapie in der klinikeigenen Gärtnerei oder im „grünen Bereich“ arbeiten, handelt es sich bei den Stellen der Klienten der Vitos begleitenden psychiatrischen Dienste um betriebsintegrierte Arbeitsplätze (BIP). Ziel ist die Qualifizierung für den zweiten bzw. dritten Arbeitsmarkt.

Der „Grüne Bereich“ kümmert sich um die Pflege des gesamten Vitos Geländes in Haina: angefangen beim Schneeschieben im Winter bis zum Rasenmähen im Sommer. Die Teams aus Vitos Mitarbeitern, Klienten und Patienten halten die Blumenbeete in Schuss und schneiden die Hecken und Bäume. Im Kontext von Fördern und Fordern ist es Naumann ein Anliegen, regelmäßig auch besondere Anreize zu setzen. So hat er mit Klienten und Patienten schon Ausflüge in einen Botanischen Garten unternommen. „Bei aller Routine ist auch Abwechslung in der Tagestruktur wichtig. Die Klienten und Patienten nehmen die Angebote dankbar an und sind sehr interessiert.“

Aktuell zählt auch ein Flüchtling aus Somalia zu Naumanns Team. Er leistet ein freiwilliges Praktikum – und unterstützte die Gruppe bei dem Arbeitseinsatz. Dazu hatte der BUND auch Kaffee und Kuchen mitgebracht. Während der gemeinsamen Stärkung wurden bereits die nächsten Termine vereinbart, an denen wieder Hand in Hand „ganz praktischer Naturschutz“ geleistet wird.