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Aufnahme und Finanzierung "externer Probanden"

Alle potenziellen externen FPA-Probanden (Probanden aus dem oder vor/statt Strafvollzug, forensische und/oder psychiatrische high-risk-Probanden, alle außerhessischen Probanden) können einen Vorstellungstermin im Team und in den Räumen der regional zuständigen FPA-Niederlassung erhalten.
Voraussetzung hierfür ist, dass zuvor alle verfügbaren und relevanten Probandenunterlagen (aktuell geführte Akten, Vorbefunde, Gutachten etc.) zur kurzfristigen Einsichtnahme überlassen werden, eine Schweigepflichtentbindung des potenziellen Probanden gegenüber dem Auftraggeber vorliegt und die Finanzierung des Aufnahmeprocederes sichergestellt ist.
Die Kosten für die Erstexploration und Kurzbegutachtung betragen dabei in der Regel für Aktenstudium, Exploration, Risikoeinschätzung und Berichterstellung einen Umfang von vier Stunden, multipliziert mit dem für Prognosegutachten (M3) jeweils gültigen Satz des JVEG (§ 9 Absatz 1) - aktuell (2016) 100€/Stunde, so dass mit Kosten von mindestens 400€ für den Ersttermin zu rechnen ist, die vorab zu begleichen sind.
Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, erfolgt i.d.R. spätestens zwei Wochen nach Eingang der Unterlagen der Vorstellungstermin. Ggf. schließen sich hieran weitere Termine z.B. zur Durchführung testpsychologischer Untersuchungen (M3), zur Exploration naher Bezugspersonen (M3) oder probatorische Sitzungen zur Feststellung der Therapiefähigkeit (GOÄ) an, die ebenfalls entsprechend vorab finanziert werden müssen.

Auf der Grundlage wird dann ein schriftlicher Bericht, in dem regelmäßig die diagnostische und forensische Einschätzung sowie sich daraus ggf. ergebende Fragen des individuellen Risiko-managements oder sonstige Therapieempfehlungen dargelegt werden, erstellt und dem Auftraggeber überlassen.

Eine Zwangsläufigkeit der Betreuung durch die FPA Hessen ergibt sich aus dem Durchlaufen der o.g. Untersuchung nicht.
Auch der Beschluss eines Gerichtes, sich in der Ambulanz vorzustellen oder sich durch die FPA behandeln oder betreuen zu lassen oder eine Aufnahme in das Sicherheitsmanagement der Bewährungshilfe begründet ohne das oben skizzierte Procedere und unsere explizite Aufnahmezusage keine Maßnahmen der FPA Hessen.

Eine Betreuung durch die FPA setzt im Übrigen das Einverständnis des Probanden mit den vorgeschlagenen Therapiemaßnahmen, ggf. zuzüglich der Übernahme einer Kontrollfunktion und Berichterstattung an den Auftraggeber/das Gericht voraus.
Die alleinige Übernahme einer intensiven psychosozialen Kontrollfunktion stellt regelmäßig keine Indikation zur Betreuung dar.

Sollte im Einzelfall die Indikation für eine Betreuung gestellt werden, so kann diese erst nach Sicherstellung der weiteren Finanzierung und Kostenzusage Dritter einsetzen. Der Finanzierungssatz richtet sich dabei nach der Art der indizierten Angebote. Rein medizinisch-psychiatrische und/oder psychotherapeutische (Einzel-/Gruppen-) Therapien werden nach den aktuell gültigen Abrechnungssätzen (GOÄ bzw. EBM; GOP) berechnet. Eine umfassende Regelbetreuung durch die FPA Hessen (Therapiemaßnahmen plus Kontrolle) erfordert jeweils eine individuelle Kostenzusage, die sich in Abhängigkeit von der notwendigen Betreuungsintensität bei 35,45€ pro betreutem Kalendertag oder einem x-fachen davon bewegt, wenn die FPA-Betreuung besonders dicht und personalintensiv erfolgen muss.